Die bescheidenen Anfänge einer Karriere

Nachdem er sich ständig mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt, bekam Oscar dann doch eine Fixanstellung in einem Call Center. Das interessante an diesen Job war für ihn nicht das monatliche Einkommen für einen halbwegs normalen Lebensunterhalt, sondern die Tatsache, dass jeder Mitarbeiter einen Computer und einen Internetanschluss zur Verfügung hatte. Für sich privat konnte er sich diese Technik damals noch nicht leisten. Im Call Center machte er also seine ersten Erfahrungen mit dem World Wide Web.

Der Verdienst als Call Center Agent reichte allerdings vorne und hinten nicht. Oscar schaute sich nach einem Nebenjob um und wurde fündig. Statt eines weiteren Angestelltenverhältnisses handelte es sich dabei um eine Tätigkeit auf selbstständiger Basis, die ihm bis dahin völlig unbekannt war – ein neuartiges System des Network Marketing. Oscar war gerade einmal 18 Jahre alt, als er in dem Strukturvertrieb als Partner startete. Er las unzählige Bücher zu dem Thema und arbeitete zu Spitzenzeiten fast 90 Stunden pro Woche in beiden Jobs. Ein halbes Jahr später kündigte er im Call Center. Er glaubte, dass die Zeit dort seinen großen Durchbruch verhindere. Seine Kalkulation war so einfach wie falsch: Er würde 40 Stunden pro Woche mehr Zeit haben, um im Strukturvertrieb schneller voranzukommen und Erfolg zu haben. Aber er verdiente etwa genauso viel Geld, wie er als Arbeitsloser bekommen hätte. Trotz hohem Einsatz stellten sich keine positiveren Ergebnisse ein, er fand einfach keine weiteren Vertriebspartner. Man muss dabei bedenken, dass es zu dem Zeitpunkt noch nicht die Möglichkeiten gab wie heute – Social Media, Kontaktnetzwerke etc. waren damals noch unbekannt. Oscar lernte in jenen Monaten eine grundsätzliche Wahrheit für sich selbst, nämlich dass man “mit wenig sehr viel”, aber auch “mit viel sehr wenig erreichen kann”.

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